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Sars-CoV-2: Getrennte Wege

„Wir werden mit Sars-CoV-2 leben. Es wird sich etablieren wie Influenza“, sind sich Experten mittlerweile einig. Bis dahin haben wir jedoch noch einen längeren Weg vor uns, der von einer konsequenten Teststrategie begleitet wird. Hausärzte werden dabei künftig eine große Rolle spielen.


Foto: istockphoto/zoranm

„Ein echtes Wiederaufleben an Fällen“ hat die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) vor rund einem Monat registriert. Seitdem steigen die Corona-Neuinfektionen nahezu in ganz Europa an, relativ stabil bleiben die Todesraten und Krankenhausaufenthalte. Von einer „zweiten Welle“ traut sich kaum jemand zu sprechen und auch die ECDC will die Entwicklung erst so nennen, wenn die mit Covid-19 verbundene Morbidität allgemein wieder steigen würde. Jedoch wird seitens der ECDC erwartet, dass aufgrund der Prognosen die Krankenhausaufenthalts- und Sterblichkeitsraten vorerst weitgehend konstant bleiben.

Jeder ist Teil der Lösung

Die Regierung habe sich im Bewusstsein, dass der Herbst eine schwierige Phase wird, seit Juli darauf „sehr professionell vorbereitet“, beruhigt Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Zudem wird er nicht müde zu wiederholen, dass uns nur eine konsequente Teststrategie weiterbringt, vor allem solange keine Impfung in Aussicht steht. Antigen-Schnelltests sind der neue Schlüssel für die Beschleunigung der Tests, denn sie verkürzen den Zeitraum, der vom Identifizieren einer Infektion und der Isolation der Betroffenen bis zum Contact Tracing verstreicht. „Tests bei auf Sars-CoV-2 hindeutenden Symptomen und das Screening von Risikogruppen sind nötig und wichtig, wobei die Ergebnisse schneller vorliegen müssten“, so Anschober. Einige Bundesländer sind wahre Musterschüler, so etwa Vorarl­berg, wo es rund 20 Stunden vom Testen bis zum Resultat dauert. Wien hat hier noch ganz klar Aufholbedarf.
Anschober ortet jedenfalls derzeit eine umfassende Trendwende: „Die Bevölkerung macht nun wieder immer stärker mit. Jede und jeder ist Teil der Lösung. Wenn wir die Hygienemaßnahmen, den Mindestabstand und in Gebäuden den Mund-Nasen-Schutz konsequent umsetzen, dann ist das schon der halbe Erfolg. Wir erleben Tage der Weichenstellung – entweder wir schaffen eine Stabilisierung der Risikoentwicklung oder wir kippen in ein exponentielles, unkontrolliertes Wachstum und damit eine zweite Welle – und einen Wettlauf zwischen steigenden Zahlen und dem wieder deutlich steigenden Risikobewusstsein. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das Verantwortungsgefühl der Bevölkerung bald wieder wie im Frühling ist und wir damit die Pandemie weiter unter Kontrolle halten können.”

Kreative Lösungen

Eine wesentliche Rolle übernehmen aktuell auch niedergelassene Ärzte: Nach einer Gesetzesnovelle sollen sie nun auch Coronatests durchführen können und damit die medizinische Hotline 1450 entlasten. Die Finanzierung wird durch die Bundesregierung aus Mitteln des Covid-19-Krisenbewältigungsfonds sichergestellt. Um die Abwicklung durch die Österreichische Gesundheitskasse zu ermöglichen, wird vom Nationalrat das ASVG novelliert. „Voraussetzung ist, dass die Ordinationen ausreichend Schutzausrüstung erhalten und nach wie vor gilt: zuerst anrufen!“, betont Anschober. Die Österreichische Ärztekammer begrüßt diesen Vorstoß bei der Testung: „Wir müssen schnell auf die zu erwartende kommende Häufung von Verdachtsfällen reagieren“, sagt Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer.

Damit Ärzte diese Testungen durchführen können, bedarf es aber weit mehr als nur einer Gesetzesnovelle, passender Schutzkleidung und telefonischer Voranmeldung. Die Patientenlenkung in den Ordinationen wird ein wesentliches Thema werden, auf das sich viele Ärzte im Hinblick auf einen „heißen Herbst“ mit Grippe und Corona im Doppelpack ohnehin schon vorbreitet haben. Dr. Wolfgang Mückstein von der Wiener Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin MedizinMariahilf sieht sich schon seit Beginn der Pandemie vor der Herausforderung, die infektiösen von den nicht-infektiösen Patienten zu trennen. „Das ist ein Learning, von dem wir auch künftig profitieren werden. Während des Lockdowns war das einfach, weil ohnehin nur dringende Fälle zum niedergelassenen Arzt gehen sollten. Damit ist unser Patientenaufkommen von 400 pro Tag auf 20 bis 25 geschrumpft. Jetzt im Herbst sehen wir, dass zu den steigenden Infektionszahlen auch noch banale Infekte kommen werden und die niedergelassenen Ärzte hier in vieler Hinsicht neuerlich gefordert sein werden. Das erfordert Investitionen und organisatorisches Umdenken. Wir haben uns zum Beispiel für die Installation eines Thermoscans bei der Eingangstür entschieden und wir haben die Möglichkeit, die potenziell infektiösen Patienten auch räumlich getrennt in einem anderen Stockwerk zu behandeln.“

Den Weg der Trennung geht auch der steirische Arzt Dr. Bernd Eissner bei potenziell infektiösen Patienten räumlich: Er hat kurzerhand einen mobilen Container aufgestellt, der als Untersuchungsraum für Patienten mit Symptomen wie Fieber, Husten oder Halsschmerzen dient. Damit schlägt er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, indem Ansteckungen verhindert werden und Patienten, die aus Angst davor den Arztbesuch meiden und damit möglicherweise schlechter versorgt sind, jetzt beruhigt den Weg zum Arzt antreten können. Genau die Angst der Patienten ist die Sorge des Hausärzteverbandes, der die Entlastung von 1450 auf diesem Weg kritisch sieht. Die Entwicklung könnte nämlich genau dazu führen, dass noch mehr Patienten aus Angst zu Hause bleiben und Arztbesuche meiden. Dr. Christoph Schweighofer, Vertreter der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer Steiermark und selbst Hausarzt in Kapfenberg, sorgt auch dafür, dass sich potenziell infizierte Patienten und andere Kranke nicht treffen. Sein Weg ist eine Infektsprechstunde am Ende eines Ordinationstages. „Wir führen Sars-CoV-2-PCR-Abstriche von Nase und Rachen schon seit Längerem durch, um unsere Patienten rasch zu unterstützen, wenn der Verdacht auf eine Infektion vorliegt“, bestätigt auch Dr. Alireza Nouri, Allgemeinmediziner in Wiener Neudorf (NÖ). Seine Lösung: ein Zelt vor der Ordination. rh

ÖGLMKC listet österreichische Covid-19-Labore

Auf Website www.covid19-labore.at der Österreichischen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und Klinische Chemie (ÖGLMKC) veröffentlicht die medizinische Gesellschaft Detailangaben zu testenden Laboren wie die Testverfahren, Öffnungszeiten und Kontaktdaten. „Die Seite macht es auch Ärzten leichter, ein Labor zu finden, das den benötigten Test durchführt”, so Dr. Georg Mustafa, Präsident der ÖGLMKC.

Die Seite gibt auch Auskunft, welche Testverfahren das jeweilige Labor aktuell anbietet: PCR-Tests aus Probenmaterial der Atemwege weisen eine aktuell bestehende Infektion mit Sars-CoV-2 direkt nach. Antikörpertests weisen in einer Blutprobe eine Reaktion des Körpers in Folge einer Infektion mit Sars-CoV-2 nach.

Die Webseite steht allen fachärztlichen Laboren offen, die Covid-19-Tests in Österreich durchführen – nicht nur Mitgliedern der ÖGLMKC. Interessierte medizinische Labore, die mit der Veröffentlichung ihrer Kontaktdaten einverstanden sind, bittet die Gesellschaft um Kontaktaufnahme per Mail an: eintrag(at)covid19-labore.at


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