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Studie: Wie digital ist die Pharmaindustrie

Von Ärzten und Patienten wird spätestens seit dem ersten Lockdown gefordert, digital aufeinander zuzugehen. Wie steht es aber mit dem Digitalisierungsgrad in der heimischen Pharmalandschaft? Eine aktuelle Studie gibt Auskunft.


Foto: istockphoto/Andy

200 Branchenexperten wurden dazu über den Zeitraum von Mai bis Juli 2021 befragt. Die Studie gibt Aufschluss über den Stand der Digitalisierung in der heimischen Pharmabranche sowie darüber, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf diesen hatte. Außerdem wurde untersucht, welche Faktoren beim digitalen Wandel eine besondere Rolle spielen und welche Herausforderungen es noch zu meistern gilt. Durchgeführt wurde die Studie gemeinsam von Pharmig, dem Verband der pharmazeutischen Industrie, und dem Innovationsdienstleister Zühlke Österreich, mit Unterstützung durch die Digital Healthcare Connection.

Bewusstsein gestiegen

Es zeigt sich, dass die Pandemie durchaus als „digitaler Bewusstseinsbildner“ gewirkt hat. 89 % der Befragten empfinden Digitalisierung als wesentlich für den Unternehmens­erfolg, 90 % gaben an, dass sich der Stellenwert von Digitalisierung durch die Pandemie noch verstärkt habe. Was die gesetzten Unternehmensziele betrifft, so meldeten 38 % der Befragten, dass ihr Unternehmen bereits vor der Pandemie digitale strategische Ziele formuliert habe. Diese Zahl hat sich seit 2019 auf 46 % erhöht.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die Befragten zukünftig vor allem in den Bereichen Kommunikation mit bestehenden und neuen externen Kontakten mehr Digitalisierung wünschen (59 %). Dabei wird oftmals Digitalisierung mit digitaler Transformation verwechselt. Die bisher verwendeten Prozesse wurden aufgrund der Pandemie lediglich in die digitale Sphäre verlagert (Online-Meetings, E-Learning, Informationsverteilung virtuell statt vor Ort), eine konkrete digitale Transformation, bei der existierende Prozesse und Abläufe hinterfragt und neu aufgesetzt wurden, stand nicht im Fokus.

Know-how als Herausforderung

Die Studie zeigt auch klar: Die Unternehmen haben Bedarf am nötigen Wissen, um Digitalisierungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen (59 %). 57 % sehen Datenschutz und Sicherheitsbedenken als Herausforderung und 50 % kritisieren, dass der Digitalisierung noch immer zu wenig Aufmerksamkeit und Wichtigkeit in der Unternehmensstrategie beigemessen wird. An den Regulatorien scheint es weniger zu liegen (28 %), ebenso an finanziellen Ressourcen (27 %).
„Wir sehen, dass es bei mehr als der Hälfte der befragten Pharma-Unternehmen zu keinem expliziten Know-how-Zuwachs im Bereich Digitalisierung gekommen ist. Dies bremst die Umsetzung digitaler Strategien. Die Pandemie hat deutlich gezeigt, dass agiler Know-how-Transfer durch externe Experten sowie der Aufbau eines Ökosystems, in dem die Beteiligten ihre jeweiligen Stärken einbringen, ein erfolgreiches Modell darstellt, um die digitale Transformation zu beschleunigen“, stellt Mag. Albert Frömel, Industry Lead Health & Life Sciences von Zühlke Österreich, fest.

Wie digital ist die Zukunft?

Das größte Zukunftspotenzial für digitale Anwendungen in der Pharmabranche wird vor allem in der telemedizinischen Integration (23 %) und der Digitalisierung im Vertrieb (20 %) gesehen. Auch in der internen Digitalisierung (19 %) und bei Care-4.0-Lösungen (17 %) sehen die Befragten ein großes Zukunftspotenzial. Strukturell gesehen wird der Wissensaufbau im Unternehmen gemeinsam mit einer klaren Digitalisierungsstrategie unter Einbindung aller Stakeholder eine große Rolle spielen. rh


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