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Dermatologen auf Digitalisierungswelle

Seit einem halben Jahr ist das Angebot für Teledermatologie „OnlineDoctor“ auch in Österreich aktiv. Geschäftsführer Dr. Philipp Freitag und der Dermatologe PD Dr. Rainer Hügel erläutern Chancen und Risiken.


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Dr. Philipp Freitag, OnlineDoctor-Geschäftsführer. Foto: zvg

Dermatologe PD Dr. Rainer Hügel. Foto: zvg

Hügel ist einer von vielen Haut­ärzten in Österreich, die das Tool von OnlineDoctor bereits einsetzen. Über die Plattform bietet er Online-Konsultationen zu Hautproblemen an. Als Nutzer der ersten Stunde ist er überzeugt von den Vorteilen, die die Teledermatologie für Ärzte und Patienten bieten kann. „Der Bedarf an HealthTech-Lösungen in der D-A-CH-Region ist noch nicht ausgeschöpft. Nach erfolgreichen Markteintritten in der Schweiz und Deutschland, wo rund 20 % der niedergelassenen Haut­ärzte das Tool bereits in ihrem Ordinationsalltag einsetzen, war Österreich der nächste logische Schritt. 40 % der Bevölkerung leben in ländlichen Regionen, wo die Dichte an Fachärzten gering ist und somit lange Anfahrtswege und Wartezeiten auf Termine in Kauf genommen werden müssen“, gibt OnlineDoctor-Geschäftsführer Dr. Philipp Freitag Einblick in den Markt. Zum Start im Herbst 2020 wurden 90 % der Internetauftritte von niedergelassenen Dermatologen sowie ihre digitalen Angebote analysiert. Das Ergebnis: Zahlreiche Dermatologen bieten bereits telemedizinische Services an und nutzen digitale Kanäle, jedoch wurde deutlich, dass es an erprobten, rechtssicheren und datenschutzkonformen Prozessen und Tools mangelt. „Improvisation war der Grundtenor, das war auch der Pandemie geschuldet“, ist Freitag überzeugt.

Zeitgemäße Lösung

„Mit Beginn der Pandemie haben wir Patientenanfragen sehr pragmatisch über Telefon- und E-Mail-Lösungen abgebildet“, beschreibt Hügel den Alltag. Kontaktaufnahmen über private Messenger-Dienste wie WhatsApp waren keine Ausnahme. Das erforderte einen hohen Zeit- und Organisationsaufwand. Im Laufe der Corona-Pandemie wurden diese Kommunikationswege von Patienten immer häufiger genutzt. „Es wurde für uns immer unübersichtlicher. Außerdem bewegten wir uns damit auch datenschutzrechtlich in einer Grauzone – es war immer klar, dass das nur eine Zwischenlösung sein kann“, erinnert sich der Dermatologe.

Einig sind sich Experten: Corona hat die Notwendigkeit und Akzeptanz der Telemedizin beschleunigt. „Nachdem wir das Tool von OnlineDoctor eingeführt hatten, konnten wir einen drastischen Anstieg an Usern verzeichnen. Unsere Patienten haben die Möglichkeit, einen Vor-Ort-Termin zu vermeiden, gern angenommen. Eine kontaktlose Konsultation passt einfach gerade perfekt in die Zeit. Wege und Wartezeit können vermieden werden.“ Die Ordination des Dermatologen steht exemplarisch für den Markt. Der Telemed Monitor Österreich 2020 bestätigt, dass sich die Ärzte gegenüber telemedizinischen Lösungen öffnen: Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 sehen 61 % der mehr als 600 befragten niedergelassenen Haus­ärzte sehr großes bis großes Potenzial in telemedizinischen Versorgungsangeboten während einer Krise. Rund drei Viertel schreiben der Telemedizin den größten Wert im Bereich der Systemerhaltung und der Versorgung über die Distanz in Krisenzeiten zu. Aber auch die kosteneffiziente Versorgung (33 %) sowie eine verbesserte Patientenkommunikation (32 %), Versorgungs- (28 %) und Arbeitsqualität (25 %) spielen eine Rolle. Werfen wir einen Blick auf die favorisierten Kommunikationsmittel, so gibt nahezu die Hälfte der Befragten an, in der Corona-Krise hauptsächlich über das Telefon mit Patienten zu kommunizieren. Auf die Videotelefonie entfallen lediglich
9 %. „Mit OnlineDoctor bieten wir eine kostenlose Lösung, die bereits heute alle genannten Punkte adressiert“, sagt Freitag und ergänzt: „Telemedizin wird oft auf die Videosprechstunde reduziert. Dabei liegt das größte Potenzial in der zeitversetzten Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Die Symptome werden schriftlich geschildert und in einem definierten Zeitfenster kommt die Rückmeldung vom Facharzt. Ganz ohne Termin, Wartezeit oder Anfahrt. Diese Form der Konsultation sorgt sowohl auf Arzt- als auch Patientenseite für enorme Ressourcen- und Zeitersparnis.“

Kein Zurück mehr

Durch einen schriftlichen Arztbrief von OnlineDoctor hat der Patient fundierte und schriftlich aufbereitete Informationen vorliegen. Durch die strukturiert aufbereiteten Informationen des Patienten, die durch den interaktiven Chat-Assistenten von OnlineDoctor abgefragt werden, wird die Anamnese und somit die Diagnosestellung effektiver. „Ich kann mich gezielt auf individuelle und klinisch relevante Fälle fokussieren“, sagt Hügel und ergänzt: „OnlineDoctor hat sehr dabei geholfen, den Digitalisierungsprozess in meinen Praxen zu beschleunigen. Zudem hilft das Tool dabei, Marketingkosten einzusparen und entlastet somit die Kommunikation. Schrittweise werden wir Sprechstundenzeiten in der Ordination durch digitale Sprechstunden ersetzen. Das ermöglicht auch mir, ortsunabhängig zu arbeiten.“ Sehr viele Hautkrankheiten lassen sich per Blickdiagnose erkennen. Zudem sind Smartphones mit guten Kameras ausgestattet, mit denen Patienten hochauflösende Aufnahmen ihres Hautproblems machen können. In Verbindung mit einer Beschreibung der Symptome haben Bilder meist eine sehr hohe Aussagekraft. „In einem Großteil der Fälle ist eine Einbestellung nicht mehr notwendig“, ist Hügel überzeugt. Auch die Resonanz der Patienten ist positiv. Das Tool erleichtert besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen oder auch Familien, ihre Hautprobleme schnell und effizient abklären zu lassen. Die Experten sind überzeugt, dass die Nutzung des digitalen Angebots auch künftig nicht mehr zurückgehen wird. „Wer das Tool einmal benutzt hat, greift gern wieder darauf zurück, es wird zum Standard und einfach die schnellere, alltagstauglichere Lösung. Ich denke, Patienten und Patientinnen werden nicht mehr darauf verzichten wollen. Die persönliche Arzt-Patienten-Beziehung bleibt unangetastet!“, betont Hügel. rh


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