Ärzte: Machtlos gegen Bewertungsportale
Gegen Bewertungen auf privaten Internetportalen können Ärzte nichts unternehmen. Die Portale können sich auf die Meinungsfreiheit berufen, so der sachsen-anhaltische Datenschutzbeauftragte Harald von Bose auf dem Symposion „Medizin 2.0 – Bewertungsportale und Versorgungsqualität“ in München, veranstaltet von der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen. Vorgehen können Ärzte nur gegen Tatsachenbehauptungen wie „Die Behandlung entsprach nicht dem Stand der neusten Technik“. Lautet die Bewertung aber „Unfreundlicher Arzt, unfreundliche Mitarbeiter“, ist der Mediziner machtlos.
Medizinische Geräte: Schulungen und Pass für richtige Bedienung
Technische Geräte machen die medizinische Betreuung von Patienten um ein Vielfaches besser. Aber die Geräte sind auch immer heikler zu bedienen und die Technisierung nimmt immer mehr zu. So präsentieren auf der diesjährigen „Medica vom 19. bis 22. November in Düsseldorf 274 Hersteller bildgebender Verfahren und 528 Diagnostika-Hersteller das Neueste aus Chirurgie, Endoskopie und OP-Technik. Da so viel Technik auch richtig bedient werden will, setzen manche Kliniken wie zum Beispiel die Universitätsklinik Heidelberg auf eigene Schulungen. Ärzte und Pflegepersonal, die eine entsprechende Schulung für das betreffende Gerät durchlaufen haben, erhalten einen Pass, der erst zur Bedienung berechtigt.
Ärzte sind überzeugt: Gute Medizin wird Luxus
80 Prozent der deutschen Ärzte erwarten, dass sich die medizinische Versorgung durch das Ende des Vertragsmonopols der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) nicht verbessern wird. Laut der aktuellen Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2008“ sind nur 6 Prozent von ihnen der Überzeugung, die Maßnahmen der Bundesregierung zur Steigerung des Wettbewerbs würden sich in dieser Hinsicht positiv auswirken.
Mehr als zwei Drittel der Ärzte halten eine Forcierung des Wettbewerbs im Gesundheitsmarkt für wahrscheinlich. Deutlich wird jedoch auch, dass der Berufsstand die negativen Folgen für sich und die Patienten fürchtet. So zeigt sich eine Mehrheit von 88 Prozent davon überzeugt: Gute Medizin wird künftig noch mehr eine Frage des Geldes sein.
Das Ende des KV-Monopols wird nur wenigen Ärzten zugute kommen, meinen zwei Drittel. In Zukunft werden nämlich die Krankenversicherer die Arzthonorare drücken – vier von fünf Ärzten zeigten sich davon überzeugt. Dass darüber hinaus laut 63 Prozent der Befragten das Gesundheitssystem keineswegs transparenter werden wird, stellt den Maßnahmen der Gesundheitsreform kein gutes Zeugnis aus.
Durchgeführt wurde die Studie von der Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse (www.ggma.de) im Auftrag der Stiftung Gesundheit. Befragt wurden 45.000 repräsentativ ausgewählte Ärzte, Zahnärzte und psychologische Psychotherapeuten. Insgesamt nahmen an der Studie 2.667 Ärzte teil – dies entspricht einer Antwortquote von 5,9 Prozent.
Unter www.stiftung-gesundheit.de/forschung/studien.htm kann die Kurzfassung der Studie heruntergeladen werden.
MVZ im Kommen
Immer mehr Kassenärzte arbeiten in medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Etwa 5.000 Kassenärzte sind nach Angaben des Kassenärztlichen Bundesverbandes (KBV) bereits in MVZ beschäftigt. Derzeit gibt es in Deutschland 1.088 derartige Zentren. Damit hat sich die Zahl seit dem vergangenen Jahr verdoppelt. Rund 57 Prozent der MVZ befinden sich in Städten, 36 Prozent sind auf dem Land angesiedelt. Die meisten medizinischen Versorgungszentren gibt es in Berlin und Bayern.